Abriss noch intakter Wohnungen in der Heidelberger Straße

Die Häuser in der Heidelbergerstaße: intakt und sofort bewohnbar. Jede andere Behauptung ist Propaganda eines raffgierigen Vereinsvorstandes.

Die Häuser in der Heidelbergerstaße: intakt und sofort bewohnbar. Jede andere Behauptung ist Propaganda eines raffgierigen Vereinsvorstandes.


Aus der Presseerklärung von MIEZE (Mieter-Initiative zum Erhalt der Heidelberger Str.), Initiative Genossenschaft von unten, MieterEcho (Zeitung der Berliner Mietergemeinschaft), Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln, Initiative Karla Pappel, Initiative FuldaWeichsel und den BVV-Fraktionen der Linken, Grünen und Piraten in Neukölln:

  • Im Bezirk Neukölln plant der Vorstand der Genossenschaft WBV (Wohnungsbauverein) Neukölln den Abriss von noch intakten Wohnungen aus den 60er Jahren, in denen noch Menschen leben. Damit wird im Bezirk preiswerter Wohnraum vernichtet. Dafür soll wesentlich teurerer Wohnraum geschaffen werden, den die dort lebenden – meist älteren – Menschen nicht bezahlen können. Damit wird gegen die erklärten Ziele auf Landesebene, preiswerten Wohnraum zu erhalten und auszubauen, verstoßen. Das geht alle Mieterinnen und Mieter unserer Stadt an, weil sie andere Wohnungsunternehmen ermuntern, ähnlich zu verfahren.
  • Der Genossenschaftsvorstand behauptet, dass die Wohnungen nicht mehr sanierbar wären, was aber nicht den Tatsachen entspricht. Häuser gleichen Typs in der Umgebung wurden vor kurzem saniert und werden weiter genutzt. Seit Monaten stehen über 50 Wohnungen leer, während Flüchtlinge in Zelten frieren bzw. ärmere Schichten aus den Stadtteilen verdrängt werden. Wir befürchten, dass sehr schnell – womöglich noch in diesem Jahr – vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen, die dann nicht mehr rückgängig gemacht werden können und das Wohnungsproblem in unserer Stadt weiter verschärft.

  • NEU: Zur Thematik des geplanten Abrisses der Heidelberger Straße 15-18 gibt es eine Online-Petition an Herrn Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, mit der Forderung ‚Verhindern Sie den Abriss von intaktem und günstigem Wohnraum!‘.
  • Die vollständige Presseerklärung unter Gemeins-PM-Heidelbg-Str2.pdf
  • Die Pressemitteilung der Initiative Genossenschaft von unten unter Pressemitteilung-off-Bf-WBV.pdf
  • Der offene Brief der Initiative Genossenschaft von unten an den Vorstand der Wohnungsbau-Verein Neukölln eG oof-bf-wbv-ruegler-springer.pdf

Stellungnahme des Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln zur Heidelberger Straße

  • In der Heidelberger Straße 15-18 soll billiger Wohnraum vernichtet und dafür teurer Wohnraum geschaffen werden. Dies betreibt in diesem Fall eine Wohnungsbaugenossenschaft, der WBV Neukölln.
  • Die Mehrzahl der Mieter ist zur Aufgabe ihrer Wohnungen gedrängt worden, aber die dort Wohnenden wollen ihre noch gut nutzbaren und günstigen Wohnungen nicht verlassen. Sie werden von der Initiative Karla Pappel und von der Initiative „Genossenschaft von unten“ unterstützt.
  • Das geht alle an, da damit noch weniger günstiger Wohnraum zur Verfügung steht und der Mietenspiegel weiter nach oben getrieben wird.
  • Seit vielen Monaten stehen dort 60 Wohnungen leer, obwohl sie nutzbar wären und gebraucht würden. Es handelt sich also um einen weiteren Fall von Wohnungsleerstand!
  • Die verantwortlichen Politiker_innen auf Bezirks- und Landesebene müssen endlich handeln und gegen die Vernichtung von billigem Wohnraum vorgehen. Sie scheinen daran aber – im Gegensatz zu ihren Sonntagsreden – kein Interesse zu haben. Ihr bisheriges Vorgehen nützt weder den Baugenossen der Heidelberger Straße noch den Wohnungslosen, noch den Flüchtlingen, sondern allein der Baulobby.
  • Die Zweckentfremdungsverbotsverordnung muss so verändert werden, dass mit ihr der Abriss von dringend benötigten preiswerten und gut erhaltenen Wohnraum verhindert werden kann. Eigentumswohnungen oder teure Neubaumietwohnungen können kein Ersatzwohnraum sein.